{"id":4872,"date":"2017-12-31T20:55:50","date_gmt":"2017-12-31T19:55:50","guid":{"rendered":"https:\/\/bubis-berta.de\/?p=4872"},"modified":"2019-12-01T20:27:16","modified_gmt":"2019-12-01T19:27:16","slug":"23-tag-24-08-2015-reykjahlid-myvatn-sprengisandur-laugafell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bubis-berta.de\/?p=4872","title":{"rendered":"23. Tag Montag 24.08.2015 Reykjahli\u00f0 M\u00fdvatn Sprengisandur Laugafell"},"content":{"rendered":"<p>09:30 Uhr. Es geht los. Ich kam nicht so schnell an gang, deshalb eine halbe Stunde Versp\u00e4tung. Die Zelte haben wir trocken abgebaut bekommen. Dann fing leichtes Nieseln an. Wegen der vielen Fliegen ist Sven schon runter vom Campingplatz. Er wartet an der 87, Abzweig 848. Nach 13 km biegen wir rechts auf die 1. Noch 36 km\u00a0 guter Asphalt liegen vor uns, dann droht erneut Schotter, der uns nach S\u00fcden bringt.<\/p>\n<p>Ein zweites Mal am Godafoss vorbei, wir winken den Touries zu, geht&#8217;s links auf die 842 (B\u00e1r\u00f0ardalsvegur Vestri). Festgefahrener Schotter, mit 80 locker zu fahren, kaum Schlagl\u00f6cher. Dann der Abzweig nach links, den Hang runter. Die erste Zaunt\u00fcr wird durchquert. Wir sind auf der F26, die Sprengisandur-Piste. Gleich der erste Hang hat es in sich. Grober, loser Schotter mit tiefen Schlagl\u00f6chern und Wellblech. Hoffentlich behalten die in den Alukisten mit W\u00e4schest\u00fccken und leeren Tetrapackbeh\u00e4ltern festgestopfen Mampfkisten ihren Platz.<\/p>\n<p>Hinter der dritten Kurve gleich eine Sehensw\u00fcrdigkeit, der \u00c1ldeyarfoss. Hier durchbricht der Skj\u00e1lfandaflj\u00f3t\u00a0 in mehreren Kaskaden ein Lavafeld. In Jahrmillionen hatte er sich ein tiefes Bett gegraben.<\/p>\n<p>Je weiter wir ins Hochland vordringen, desto schwieriger wir das Gel\u00e4nde. Grober Schotter mit faustgro\u00dfen Steinen wechselt mit sandigem Untergrund. Dann wieder festgefahrene Wellblechpiste, die nur mit 70 km\/h einigerma\u00dfen sch\u00fcttelfrei\u00a0 \u00fcberquert werden kann. Dazu enge Kehren berghoch mit losen Steinen. Den Motorr\u00e4dern wird einiges abverlangt. Die Gegend wird immer eint\u00f6niger. Anfangs hatten sich hier und da kleine Pflanzen und Flechten\u00a0 dazwischen gemischt, jetzt gibt es nur noch Kiesel und Steine. Einzig die F\u00e4rbung variiert zwischen Graut\u00f6nen, rotem und gelben Kies.<\/p>\n<p>15:30 Uhr Der erste schwere Sturz. Wir sind entspannt unterwegs, auf einer Anh\u00f6he sehe ich von Weiten drei Personen auf der Piste stehen, die fotografieren. Als ich die Kuppe erreichte, standen die Damen wie beim Kaffeeklatsch mitten drauf. Vollbremsung, Kiste auf die Seite gelegt und nach 5 m bremst mich der Seitenhang. Ich springe auf, und mache lautstark die Tanten an. Sind sich keiner Schuld bewusst. Wahrscheinlich konnten sie die Fahrger\u00e4usche und mein Hupen wegen des Windes gar nicht h\u00f6ren. Benzingeruch macht sich bemerkbar. Mit Sven hebe ich die havarierte Berta auf die R\u00e4der. Linke Alubox hat im Boden einige Dellen. Ein beachtlicher Stein liegt aus dem Boden gerissen kurz hinterm Bock. Soweit schein Alles dran zu sein. Anlasser bet\u00e4tigt, die Karre l\u00e4uft. Deutsche Wertarbeit. Sven hebt noch ein St\u00fcck Plastik auf. War am Sturzb\u00fcgel befestigt. Wir beruhigen die Schnuckies und fahren weiter.<\/p>\n<p>16:00 Uhr Vorl\u00e4ufiges Ende der Hochlanddurchquerung nach S\u00fcden. Nach 139 km stehen wir an unserer ersten gr\u00f6\u00dferen Furt \u00fcber den Hagakv\u00edslar und k\u00f6nnen diese wegen starker Str\u00f6mung, zu tiefem Wasser und heftigen B\u00f6en nicht passieren. Wir sind direkt hinter dem Abzweig der gesperrten F910 Richtung Nordosten. Durch den Ausbruch des B\u00e1rdarbunga wurde die Passage komplett zerst\u00f6rt und wird irgendwann wieder ausgebaut. Ich ziehe das erste Mal die Gummihose an und teste den \u00dcbergang. Die Str\u00f6mung rei\u00dft einen fast um. Unm\u00f6glich dann auch noch ein Moped zu halten, geschweige \u00fcber die dicken Brocken zu schieben. Flussabw\u00e4rts k\u00f6nnte es gehen. Doch es wird schwierig, bei dem losen Ger\u00f6ll die Kiste \u00fcber die hohe Uferkante aufs Trockene zu bekommen. Ratlos stehen wir herum. Da kommen die drei M\u00e4dels von eben angezockelt. Ihre Rucks\u00e4cke hatten sie an die B\u00f6schung im trockenen Flussbett deponiert. Sie waren immer noch untr\u00f6stlich wegen des Sturzes und wollten uns helfen. Wir lehnten dankend ab.<\/p>\n<p>16:30 Uhr. Ein Parkranger kommt die gesperrte F910 herunter. Er sieht unser Elend, fragt was wir vorhaben und sch\u00fcttelt den Kopf. &#8222;Hier kommt Ihr nicht weiter. Selbst wenn Ihr hier den n\u00e4chsten Morgen abwarten, erfahrungsgem\u00e4\u00df sind die Furten morgens niedriger, kommt dann das zweite Hindernis&#8220; Was wir nicht wussten, kurz vor unserem Tagesziel in 5 km Entfernung ist eine weitere Furt, noch tiefer und breiter. Die wird auch die n\u00e4chsten Tage nicht flacher, da weiterer Sonnenschein \u201edroht\u201c. Fluch und Segen des guten Wetters. Er nimmt uns zur zweiten Furt mit, damit wir uns selbst ein Bild von der Situation machen k\u00f6nnen. Bei der Fahrt durch die zweite Furt schwappt das Wasser bis an die Windschutzscheibe des Gel\u00e4ndewagens. Dann bringt er uns zur\u00fcck. Sehr entmutigend.<\/p>\n<p>Die Karte wird vorgekramt, Alternativen ausgelotet. F\u00fcr ihn w\u00e4re es kl\u00fcger, abzubrechen und \u00fcber die Ringstrasse den S\u00fcden zu erreichen. Das machen wir auch. Es gibt noch eine andere Piste in den Norden, die F821. Diese ist ohne Furten, aber nach der Hochebene gibt es ein Ger\u00f6llfeld das f\u00fcr Biker sehr schwierig zu befahren ist.<\/p>\n<p>Z\u00e4hneknirschend packen wir meine Sachen in die Kisten zur\u00fcck. Berta wurde im Ger\u00f6llfeld probegeschoben, um ein Gef\u00fchl f\u00fcrs Gewicht zu bekommen, und kehren um. Wir wollen in Laugafell bleiben, um dann n\u00e4chsten Tag endg\u00fcltig zu entscheiden, was wir machen.<\/p>\n<p>22:45 Uhr. Laugafell ist erreicht. Die letzten Kilometer eine wahre Tortur f\u00fcr Fahrer und die Bikes. Jetzt reicht es auch mir. Fast 200km im Stehen fahren und dann das Gegurke zum Schlu\u00df&#8230;Nur noch zum Liegen kommen. Auf dem steinigen Untergrund suche ich mit einen Platz f\u00fcr &#8217;s Zelt. Sven ist verschwunden. War wohl zu viel Gel\u00e4nde f\u00fcr heute. Er wird in einem der H\u00fctten pennen. <span style=\"display: inline !important; float: none; background-color: transparent; color: #333333; cursor: text; font-family: Georgia,'Times New Roman','Bitstream Charter',Times,serif; font-size: 16px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;\">Die Strecke zum Lager war sehr schlimm. Die BMWs wurden arg durchgesch\u00fcttelt. Ich stellte eine abgerissene Halterung am Schnabel\u00a0 fest. Ob es durch den Unfall oder das Gel\u00e4nde passiert, wei\u00df ich nicht. Wird so gelassen. Wenn&#8217;s schlimmer wird, kommt Kabelbinder dran.<\/span><\/p>\n<p>00:30 Uhr. Nach einem Besuch im hei\u00dfen Pool kehre ich ins Zelt zur\u00fcck. Das halbe Lager war auf den Beinen, um angesagte Polarlichter zu bewundern, aber Fehlanzeige. Wollte eigentlich noch \u00fcber die Karte schauen, bin aber eingepennt zzzzzzzz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>09:30 Uhr. Es geht los. Ich kam nicht so schnell an gang, deshalb eine halbe Stunde Versp\u00e4tung. Die Zelte haben wir trocken abgebaut bekommen. Dann fing leichtes Nieseln an. Wegen der vielen Fliegen ist Sven schon runter vom Campingplatz. Er wartet an der 87, Abzweig 848. Nach 13 km biegen wir rechts auf die 1. 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