{"id":4888,"date":"2017-12-31T21:00:38","date_gmt":"2017-12-31T20:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/bubis-berta.de\/?p=4888"},"modified":"2019-12-01T20:29:05","modified_gmt":"2019-12-01T19:29:05","slug":"31-tag-01-09-2015-joekulsarlon-zurueck-zum-fagrifoss-joekulsarlon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bubis-berta.de\/?p=4888","title":{"rendered":"31. Tag Dienstag 01.09.2015 J\u00f6kuls\u00e1rl\u00f3n zur\u00fcck zum Fagrifoss J\u00f6kuls\u00e1rl\u00f3n"},"content":{"rendered":"<p><span lang=\"de\">07:30 Uhr. Ich habe mich fertig gemacht und fahre an den Eissee. Am ersten Parkplatz parke ich das Moped. Zwei Fahrzeuge stehen dort. Eins mit deutschen Kennzeichen. Da liegt einer drin. Egal. Jetzt ist er wach. Ich stiefle zwischen die Sand- und Ger\u00f6llh\u00fcgel. Stativ vergessen!! Nochmal zur\u00fcck. Als ich \u00fcber den letzten H\u00fcgel komme, sehe ich den Autoschl\u00e4fer neben seiner Kiste stehen. Als er mich h\u00f6rt, wird er hektisch und steigt wieder ein. Hat wohl jetzt Blasenst\u00f6rungen. Ich grinse in mich hinein. Das Leben stinkt. Zur\u00fcck am See schie\u00dfe ich ein paar sch\u00f6ne Bilder. Genie\u00dfe die langsam vorbeischwebenden Eisberge. Dann geht&#8217;s zur\u00fcck zum Moped und ab zum Seeabflu\u00df.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de\">10:30 Uhr. Ich hatte Berta neben dem Landy aus Deutschland gestellt und trollte mich zum Fluss. Hier schaute ich den Eisschollen, -st\u00fccken und -bergen zu, wie sie durch die starke Str\u00f6mung ins Meer gelangen. Manche haben Jahre im Eissee verbracht, bis sie soweit abgetaut waren, dass der flache Kanal kein Hindernis mehr bildete. Flucht in die Freiheit und doch ins Verderben. So stellte ich mir das vor. Jahrhunderte oder Jahrtausende fest im Eisgef\u00fcge des Gletschers gefangen, abgebrochen, weitere Jahre im See die Selbst\u00e4ndigkeit erlangt, um dann durch die starke Str\u00f6mung in die Freiheit aber gleichzeitig auch der Bestimmung des Aufl\u00f6sens entgegen zu treiben. Ein Kreislauf hatte sich geschlossen. Irgendwann wird ein Wassertropfen dieses Eisblockes erneut seine Reise antreten, aufsteigen und irgendwo auf dem Planeten wieder niedergehen um in Jahrmillionen an einer Quelle wiederholt das Licht der Welt zu erblicken.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de\">Das Geschnatter von aufgeregten Japanern holte mich wieder zur\u00fcck in die Wirklichkeit. Sie zerrten an einigen gestrandeten Eisbrocken, hielten sie hoch, zerst\u00f6rten sie und hatten Spa\u00df dabei. In der derzeitigen Stimmung k\u00f6nnte ich alle &#8230;&#8230;<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de\">Ein Blick zum Motorrad, ich sah, das Berta nicht mehr alleine war. Sven sprach mit den Besitzern des Landy. Langsam schlenderte ich zur\u00fcck. Meine d\u00fcstere Stimmung hellte sich langsam wieder auf.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de\">12:30 Uhr. Wir sind unsern neuen Bekanntschaften zum Infocenter gefolgt. Es gibt hei\u00dfe Schokolade und belegtes Br\u00f6tchen, dass wir drau\u00dfen genie\u00dfen. Ein Getr\u00e4nke-Refill noch, dann brechen wir auf. Sven will den See belagern, ich habe keine Lust und fahre auf der 1 noch mal zur\u00fcck zum Skaftafell und Svartifoss. Vielleicht ist da jetzt besseres Wetter. Au\u00dferdem interessiert mich der Skeidar\u00e1rsandur und die Auswirkungen des Gletscherlaufes nach dem Vulkanausbruch vom 1996. Es gib eine Infostelle neben der Stra\u00dfe.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de\">15:45 Uhr. Fagrifoss ist erreicht. Da das Wetter passte, habe ich einen Versuch zum Laki-Kratersystem gestartet. Hinter Kirkjub\u00e6jarklaustur ging es nach 5 km rechts auf die F206 nach Norden. Sch\u00f6n mit festem Schotter fuhr ich durch ein Tal mit Wiesen und kleinen B\u00e4umen den Berg hoch. Dann \u00e4nderte sich der Belag. Es wurde gr\u00f6ber, Schlagl\u00f6cher und Waschbrettpiste. Dann ein Fluss. Die Durchquerung kein Problem. Ich kam nur noch langsam voran und nach einem Blick zur Uhr beschloss ich, am Fagrifoss umzudrehen. Ich machte ein paar Bilder und als der erste Regentropfen aufs Visier f\u00e4llt, kehre ich um.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de\">17:45 Uhr. Svartifoss f\u00e4llt aus. Ich bin trotz Verbotsschild bis zum Parkplatz gefahren. Hier gab es eine freundliche Ermahnung, dass nur Fahrzeuge mit Erlaubnis der Parkverwaltung parken d\u00fcrfen. Also ging es zur\u00fcck. Mit Motorradklamotten habe ich keine Lust, 5km zu Wandern. Auf dem R\u00fcckweg ging es an einer verlassenen Siedlungsstelle vorbei. Ich bog ab, und schaute mir die Tafeln an. Hier hatten vor Jahrhunderten die ersten Siedler einen Platz gefunden, bis die Vulkanausbr\u00fcche die Menschen vertrieben hatten. Sie kamen wieder und erst 1950 haben die letzten Bewohner diese H\u00e4user verlassen. \u00dcbrig geblieben sind bewachsene Mauerreste der Kirche und das Gr\u00e4berfeld, sowie die B\u00e4ume aus einem der G\u00e4rten. Bilder um 1900 zeigen die H\u00e4user mit ihren Bewohnern. Im Hintergrund kann man sehr gut die Gesteinsformationen von vor 100 Jahren erkennen. Hat sich nichts ver\u00e4ndert. Was die Steine wohl gesehen hatten. Mehrere Generationen kamen und gingen, unter dem Gras liegen die Reste der Bewohner. Vielleicht hatten sie genauso wie ich hier gestanden und von anderen, besseren Zeiten getr\u00e4umt, vielleicht waren sie auch ganz zufrieden mit ihrer Heimat. Keine Ahnung. Ich fuhr nachdenklich weiter und erreichte im Dunkeln gegen 21:00 Uhr unser Lager. Sven hatte sich schon eingewickelt.<\/span><\/p>\n<p>Prost<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>07:30 Uhr. Ich habe mich fertig gemacht und fahre an den Eissee. Am ersten Parkplatz parke ich das Moped. Zwei Fahrzeuge stehen dort. Eins mit deutschen Kennzeichen. Da liegt einer drin. Egal. Jetzt ist er wach. Ich stiefle zwischen die Sand- und Ger\u00f6llh\u00fcgel. Stativ vergessen!! Nochmal zur\u00fcck. 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